Schlafplatz gesucht!

Scarborough, 2.2.2014

Es ist 20:17, und die Spannung steigt: wer wird die Oberhand behalten?  Wir sitzen nach dem Abendessen im Cockpit, und jeder hat 1 1/2 Drittel des Schiffes in eine Großbaustelle verwandelt. Ich nähe vorn wild umher, die Cockpitpolster sind (auch ohne den früher mal angekündigten Besuch bei IKEA) neu bezogen, jetzt werden noch die alten Bezüge in Fenderüberzüge verwandelt (echt schick, dunkelblau-kariert-verschossen mit stellenweise noch vorhandenen grünen Punkten! Hat nicht jeder!). Das Nähen spielt sich platzbedingt zwischen Vorkammer und Salon ab.  Das gegenüberliegende Salonsofa ist mit Werkzeug belegt, dito Navitisch und -sitz, dazu stehen in Achterkammer und „Wirtschaftsraum“ die Bodenbretter hoch, so dass, als ich vorhin Zwiebeln aus dem Achterkabuff verlangte, erst einmal eine größere „ach, wo habe ich die Gemüsekisten abgestellt“-Suchaktion losging. Arbeitsschwerpunkt: Motor- und Getriebeölwechsel! Was man sonntags eben gern an Chaos anrichtet.

Immerhin war es ein fruchtbarer Einkaufstag, die große Fahrradrunde hat zwei Brote vom deutschen Bäcker eingebracht sowie eine Zimtschnecke und ein Mandeldreieck – unglaublich, auf dem sonntäglichen Jetty-Market in Redcliffe, 7 windige Kilometer die Küste entlang, bietet ein deutscher Bäcker aus Noosa Brot an.  Für australische Verhältnisse gleich um die Ecke: bei Kleinem 150 Kilometer?!  Wir wissen es zu schätzen, und im Endeffekt konnte ich beim K-Mart auch noch den Vorrat an Geschirrspülmittel aufstocken und habe mich endlich zum eigentlich vorgeschriebenen Fahrradhelm durchgerungen..

Klingt wie „business as usual“, ist es auch, aber nicht ganz.  Wir geraten ein bisschen ins Wirbeln, weil unser Abreisezeitpunkt jetzt doch greifbar nah rückt – ja, ja, stimmt schon, dass wir erst am 31.3. in Deutschland eintreffen werden, aber wir schieben ein paar Stopps vorweg. Erinnert Ihr Euch an unsere Flugreise Auckland-Frankfurt 2011, wo wir bei der Zwischenlandung in Peking bedauerten, keine Zeit zum Aussteigen zu haben?  Das wird jetzt nachgeholt, und wir fangen mit Vietnam an.  Nun haben leider Chinesen und Vietnamesen gerade Neujahr bzw. Tetfest, das behindert die Visabeschaffung ein bisschen, und das macht einen dann ebenso nervös wie die Tatsache, dass, wenn wir am 1. Mai wieder in Australien landen, „bald“ Abreisetermin für die AKKA nach Norden ist.  Also sollten wir tunlichst mit den Vorbereitungen fertig werden.  Dazu müssen wir ausgeruht sein, und zum Ausruhen braucht man einen Schlafplatz. Mein Stoffzuschneide- und Nähzentrum steht leider nicht zur Verfügung, also muss uns noch was anderes einfallen.  Motel? Nachbarschiff?  Mal schau’n!

Kleines PS:

Toller Job: Wiehnachtsrentier auf "Jolie Blonde"

Toller Job: Weihnachtsrentier auf „Jolie Blonde“

Dies nette Dame ist leider abgereist. Zurück zum Pol, wie sie sagte. Nach Weihnachten hatte sie noch tapfer begonnen herunterzuzählen: „364 sleeps to go…“ und so weiter.  Aber dann kam der Sommer. Irgendwie verständlich!

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